Alpha-1 ?

Was ist Alpha 1 Antitrypsinmangel ?

Alpha-1-Antitrypsinmangelerscheinung
(Alpha-1 Proteinase Inhibitor)

Alpha-1 Proteinase Inhibitor Mangel
(Alpha-1-Antitrypsinmangeerscheinung,

Laurell-Eriksson-Syndrom) ist eine seltene,
angeborene Erberkrankung.

Alpha-1-ATM wird autosomal-rezessiv vererbt.
Ursache für die Erkrankung sind verschiedene
Mutationen im Alpha-1-Antitrypsin-Gen (PI)

welches auf dem verlängerten Arm vom Chromosom 14 liegt.
Diese Mangelerscheinung tritt vor allem bei Weißen mit einer
europäischen Abstammung auf. In Europa und Nordamerika liegt das
Vorkommen der Krankheit bei 1 Fall auf 2000 bis 6000 Einwohnern.

Wann und von wem wurde die Krankheit entdeckt ?

1963 wurde der AAT Mangel in Malmö durch
Laurell und Eriksson entdeckt und bildete

somit die Grundlage für die gegenwärtige Auffassung
der Entstehung des Krankheitsbildes Lungenemphysem.

Was ist Antitrypsin ???

Das Antitrypsin ist ein Eiweiß dass in der Leber
produziert wird und dann über die Blutbahn in die
Lunge gelangt. In der Lunge geht das Eiweiß seiner
Hauptaufgabe nach, die Lunge bis zu einem gewissen
Grad vor nachteiligen Einflüssen zu schützen die z. B.
durch das Inhalieren von Zigarettenrauch zu zustande kommen.

Warum ist AAT wichtig ??

Die Lungenbläschen werden ständig von
Eiweiß spaltenden Stoffen, so genannten Enzymen angegriffen,
die aus Abwehrzellen des Blutes freigesetzt werden.

Fehlt also das Antitrypsin so können die
Lungenbläschen und das elastische Gewebe
der Lunge zerstört werden.
Die Hauptfunktion des AAT besteht darin,
die überflüssige Elastase in der Lunge unwirksam zu machen.

Was verursacht der Mangel ?

Lungenschaden

Durch den Mangel an AAT kommt es zu einem
Ungleichgewicht zwischen schützenden und
zerstörenden Vorgängen in der Lunge.
Die Lungenbläschen dehnen sich aus und
es kommt zu einem so genannten Lungenemphysem.

Bei Rauchern wird durch den Mangel an AAT
die Entwicklung einen Lungenemphysems beschleunigt.

Leberschaden

Da die chemische Struktur des Alpha Antitrypsin,
das in der Leber hergestellt wird, bei Patienten mit
Alpha Mangel nicht normal ist, wird ein großer
Teil nicht aus der Leberzelle in die Blutbahn ausgeschieden.
Durch dieses nicht ausscheiden wird ein Mangel festgestellt
in den Leberzellen entstehen kleine Klumpen die zu
Gesundheitsstörungen führen können .

Wie wird der Alpha-1-Antitrypsinmangel vererbt ?

Alpha-1-ATM ist eine genetische und damit vererbbare Erkrankung.
Wenn ein Kind von beiden Eltern ein verändertes Gen erhält kommt
es zu dieser Krankheit, erbt es nur ein verändertes Gen so bleibt es
Gesund auch mit einer erniedrigten Blutkonzentration des AAT.
Das Kind bleibt aber Träger des veränderten AAT Gens.

alpha

Sollte der Mann oder die Frau das veränderte Gen
tragen und der andere Partner nicht so wird zwar das
veränderte Gen an das Kind vererbt es bleibt aber Gesund.
Es kommt nur dann zu einer Erkrankung des Kindes wenn
beide Elternteile das veränderte Gen in sich tragen und
beide das Gen an ihr Kind vererben.

Was tun bei einem Verdacht aufAlpha-1-Antitrypsinmangel ?

Es sollte auf jeden Fall der Serumspiegel gemessen werden.
Sollte die AAT Konzentration deutlich unter der Norm liegen
so sollte der Phänotyp bestimmt werden.

Wie wird Alpha – 1 – Antitrypsinmangel diagnostiziert ??

Die Diagnose erfolgt über eine Proteinanalyse einer Blutprobe.
Sollte der Blutplasmaspiegel unter 35 % des Wertes von 150 mg/dl
liegen so ist die Diagnose eindeutig.

Behandlung der Krankheit !

Raucher sollten das rauchen sofort einstellen da
die Inhalation des Rauches große Mengen an weiße
Blutkörperchen in die Lunge lockt und somit das schnelle
Fortschreiten der Krankheit bewirkt. (auch das passiv Rauchen)
Die Lunge eines AAT Erkrankten hat keine normale Abwehr
gegenüber Produkten die aus den weißen Blutkörperchen
stammen und die Lungengewebe zerstören.

Patienten mit einem AAT Mangel sollten sich regelmäßig
gegen Grippe und Lungenentzündung impfen lassen.

Der fehlende Schutz vom Antitrypsin kann durch eine
intravenöse Substitution die wöchentlich eingehalten werden
sollte durch Prolastin HS wieder erlangt werden.
Das schon zerstörte Gewebe wird hierdurch nicht wieder hergestellt.

Lungentransplantation

Auch die Lungentransplantation (LTX) stellt für einige Patienten
eine sinnvolle Option dar.

Mit der Weiterentwicklung chirugischer Techniken
(insbesondere der einseitigen LTX) kann diese Option
für Patienten mit einem AAT-Mangel und einer
daraus resultierenden Lungenerkrankung im Endstadium
zur sinvollen Therapie werden.

Hauptprobleme sind hier der Mangel an
Spenderorganen sowie die chronische Abstoßungsreaktion.

Wie viele Alpha Patienten gibt es ?

es gibt 2000-4000 Personen bei denen die genetische Disposition bekannt ist (Diagnose gestellt),es gibt aber eine wesentlich größere Dunkelziffer (ca. 10000 – 30000).

Folgeerkrankungen vom Alpha-1- Mangel

  • Leber und Lungenerkrankungen
  • Rheumatische Arthritis
  • Durch Medikamente verursachte Osteoporose
  • Herzleiden
  • Pneumothorax
  • Emphysem


Wann spricht man von Homozygoter und wann
von Heterozygoter Erkrankung ??

Bei jedem Menschen sind die Erbinformationen doppelt angelegt,
sollte nur eine Erbinformation defekt sein so spricht man von einer
Heterozygoter Erkrankung.

Bei Menschen mit zwei defekten Erbinformationen spricht man
von einer Homozygoter Erkrankung entsprechend ist das Krankheitsbild
mal mehr mal weniger stark ausgeprägt.

Neben einer Erkrankung der Lunge kann es auch bei Menschen mit
heterogenen Defekttyp zu einer Lebererkrankung im Kindesalter kommen
(ca. 10%) diese kann zur Leberzirrhose führen.

Ca. 75 % der Erwachsenen erkranken an einer chronischen
obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) Das höchste Risiko,
an einem Lungenemphysem zu erkranken, haben homozygote PI:ZZ Träger.
Die heterozygoten Mangel-Allel-Träger PI:MZ und PI:SZ haben ein erhöhtes
Risiko für chronische Lebererkrankungen und Lungenemphysem

Im folgenden sind die Antitrypsingehalte des Blutes der häufigen Phänotypen des Antitrypsinmangels aufgelistet.

Die Angaben sind in Mikromol/Liter µMol/l und
Milligramm/100 Milliliter mg/100 ml mg% ist eine verkürzte,
alte Schreibweise für mg/100ml, ist mit mg/dl identisch.

PhänotypµM/lmg/100mlg/lEmphysemrisiko
PI:MM20,5310-35018,35Nicht erhöht
PI:MZ15-4290-2109-21Nicht erhöht
PI:MS18-52140-35014,35Nicht erhöht
PI:SS20-48100-14010-145
PI:SZ10-2375-1207,5-12Mäßig erhöht 20-50 % Risiko
PI:ZZ3,4-720-452-4,4Stark erhöht 80-100 % Risiko
PI:00000Regelmäßig

 

PhänotypenHäufigkeit in %% des Normwertes
PI:MM93100=90-200mg/dl
PI:MZ2,261=55-122mg/dl
PI:ZZ0,115=14-30mg/dl
PI:MS3,983=75-166mg/dl
PI:SZ<40=36-80mg/dl
PI:IZ50=45-100mg/dl

AAT-Werte von 180-350 mg/100ml sind Normalwerte,
Gehalte von 80-180 mg/100ml gelten als mäßig erniedrigt.
AAT-Werte von 80mg/100ml oder weniger bedeuten das größte Risiko ein Emphysem zu bekommen.

Referenz (Normalwerte)
Altermg/dl Blut
bis 1 Monat124 - 348
1 Monat bis 6 Monate111 - 297
6 Monate bis 24 Monate95 - 251
24 Monate bis 18 Jahre110 - 279
18 Jahre bis90 - 200 mg